Sektion Private Dienstleistungen
Arbeiterkammer
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| Bahn: Heute tagt ÖBB-Aufsichtsrat zu Rochaden in der Chefetage - zwei neue Vorstände für die Konzernholding |
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| Dienstag, den 09. März 2010 um 14:32 Uhr |
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Zum Hintergrund: Vor Kurzem gab ÖBB-Holding-Chef Peter Klugar bekannt, sich nicht mehr für eine weitere Periode bewerben zu wollen. Seitdem ist klar, dass seine Nachfolge rasch gelöst werden muss. Eine zeitlich parallele Vorgehensweise ist möglich, weil die Anfang des Jahres erfolgte Poschalko-Ausschreibung so gestaltet war, dass gleichzeitig auch Klugar nachbesetzt werden kann, bestätigen Aufsichtsratskreise. Verbund-Auslandsvorstand Christian Kern will sich nicht äußern. Gleichwohl ist seine Bestellung laut politischen Insidern praktisch fix. Mittlerweile soll auch die ÖVP einverstanden sein. Dabei hatten VP-Vertreter noch vor nicht allzu langer Zeit im Aufsichtsrat mit einem Auszug aus der Sitzung gedroht, weil ihr Wunschkandidat für den Job des stellvertretenden Aufsichtsratschefs, Helmut Kukacka, nicht durchgesetzt werden konnte. Statt dem Ex-VP-Staatssekretär setzte Infrastrukturministerin Doris Bures (SP) den Schweizer Bahnexperten Paul Blumenthal ein, was für gröbere koalitionäre Missstimmung sorgte. Kern ist in der SPÖ verwurzelt, ist fachlich anerkannt und so gut vernetzt, dass auch die ÖVP mit ihm leben kann. VP-Staatssekretär Reinhold Lopatka, der die ÖBB zuletzt heftig kritisiert hatte, will sich zu den Jobrochaden nicht äußern. Kerns Wechsel wirft einige Fragen auf, etwa wie schnell er aus seinem Verbund-Job aussteigen kann. Teurer Wechsel Hier dürfte es zu einer einvernehmlichen Lösung kommen. Mit 587.700 € verdient Kern beim Verbund deutlich mehr als Klugar bei den ÖBB, der - je nach Quelle - zwischen 350.000 und 400.000 € verdienen soll. Der Führungswechsel wird jedenfalls teuer, zumal der 61-jährige Klugar, der eigentlich gar nicht abtreten wollte, eine Spitzenpension beziehen wird (siehe Kasten). Kern wird jedenfalls 500.000 €, also weniger als zuvor verdienen und keine Sonderzahlungen aus dem Verbund erwarten können. Dem Vernehmen nach hat er einen neuen Verbund-Vorstandsvertrag, der auf Basis des Angestelltengesetzes gilt. Das heißt de facto: es gibt weder Sonderregelungen noch Sonderzahlungen. Auch Franz Seiser wird sich wohl über eine Gehaltsaufbesserung freuen können. Zudem werden mehr als zehn Aufsichtsratsjobs vakant. Für die Grüne Verkehrssprecherin Gabriele Moser gehen "die Jobrochaden bei der ÖBB auf Kosten der Steuerzahler weiter". Die Overheadkosten seien in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, und jetzt gehe es in dieser Tonart weiter. Moser: "Nicht umsonst kritisiert der Rechnungshof, dass von zwölf Managern aus staatsnahen Unternehmen, die mehr verdienen als der Bundeskanzler, neun von der ÖBB sind". Quelle: Wirtschaftsblatt |

Jobkarussell in ÖBB-Führung kommt Steuerzahler teuer.