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Bestens vernetzt zur Eisenbahn Drucken
Mittwoch, den 10. März 2010 um 00:00 Uhr

Menschen - Da sage einer, als Strommanager auf einem Parteiticket bringe der neue ÖBB-Chef kein verwertbares Wissen mit: Gestern wurde Christian Kern als künftiger ÖBB-Vorstandsvorsitzender zum neuen Chef über 42.000 Mitarbeiter, 5664 Kilometer Schienennetz - und zehn Wasserkraftwerke bestellt. Und just beim Ausbau eines Speicherkraftwerks in Vorarlberg hat die Bahn mit Widerstand der Bevölkerung und von Naturschutzorganisationen zu kämpfen. Dieses Thema kennt jemand, der seit 13 Jahren im Verbund, beim größten Stromanbieter des Landes gewerkt hat, nur zu gut.

Dennoch drängt sich ein Bahnfremder nach den Erfahrungen mit früheren externen Managern nicht wirklich auf: Rüdiger vorm Walde hatte wenigstens Erfahrung aus einem Verkehrsbetrieb. Martin Huber wusste, wie man den Immobilien-Bestand der ÖBB möglichst schnell zu Geld machen kann.

Christian Kern hat aber etwas, was weder die beiden Genannten noch sein direkter Vorgänger Peter Klugar (obwohl auch SP-nahe) hatte: Wirklich gute Partei-Verbindungen.

Bei seiner Hochzeit auf dem Weingut des Promiwinzers Leo Hillinger im Vorjahr mit Eveline Steinberger, die vom Verbund weggegangen war, um den Klima- und Energiefonds der Bundesregierung zu leiten, war Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer zugegen, auch ORF-General Alexander Wrabetz gratulierte. Trauzeuge war Verbund-Vorstandskollege Hannes Sereinig, einst im Kabinett von Franz Vranitzky.

Kern selbst startete seine Karriere als Mitarbeiter von Beamtenstaatssekretär Peter Kostelka, später folgte er dem Klubobmann ins Parlament. Im SP-Klub war der frühere Wirtschaftsjournalist auch Pressesprecher. Diese einschlägige Erfahrung sollte der neuen ÖBB-Spitze einen etwas entkrampfteren Umgang mit Journalisten erlauben.

Als Fußballfan hat Kern das Verbund-Sponsoring für die Wiener Austria forciert: Dort gelten Bürgermeister Michael Häupl, Pensionistenvertreter Karl Blecha und Gewerkschafter Wolfgang Katzian als mächtige Männer. Der Vater einer knapp dreijährigen Tochter gilt seit geraumer Zeit als Personalreserve der SPÖ für wichtige Management-Posten in der Republik. Schon für die Post AG wäre Kern ausersehen gewesen - da hat er abgewunken.

Der 44-Jährige steht für eine neue Manager-Generation: Er gilt als eloquent, dynamisch und verhandlungsstark. Kenner vermuten, er könnte dem mächtigen Eisenbahn-Gewerkschafter Willi Haberzettl - obwohl ein Parteifreund - einen starken Widerpart bieten.

Quelle: Oberösterreichische Nachrichten

 

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