Arbeiten bald ÖBBler für die Justiz?
APA0398 5 II 0280 CI/WI Siehe APA0268/16.03 16.Mär 05
Justiz/Strafvollzug/ÖBB/Post/Öffentlicher Dienst
Justiz-Posten - ÖBB: "Wechsel nur freiwillig" - Post interessiert
Utl.: ÖBB bestätigt Anfrage - Post: "Bei uns hat noch niemand angeklopft"
Wien (APA) - Zumindest ein Teil des Zusatz-Personals für die Gefängnisse soll
offenbar von der Bundesbahn kommen. Die ÖBB haben am Mittwoch bestätigt, dass es
eine entsprechende Anfrage gegeben hat. "Es wird Gespräche geben", sagte
Konzernsprecher Johannes Gfrerer am Mittwoch auf Anfrage der APA. Er betonte
aber: "Ein Wechsel wird, wenn, dann auf freiwilliger Basis erfolgen." Keine
Anfrage hat es bei der Post gegeben, die aber grundsätzlich an einer
Zusammenarbeit interessiert wäre.
"Wir haben immer wieder Leute, die auf Grund von Restrukturierungen zeitweise
keinen Job haben. Die werden dann bei uns entweder für andere Arbeiten
eingesetzt oder umgeschult. Aber bei uns hat noch niemand angeklopft", sagt
Post-Sprecher Michael Homola. Er räumt allerdings ein, dass die Post-Mitarbeiter
wohl "nicht wirklich" für die Bewachung von Gefangenen geeignet wären.
Wie viele überzählige Mitarbeiter im Ernstfall zur Verfügung stehen würden, kann
man weder bei der Post noch bei der Bahn genau quantifizieren. Die ÖBB haben
jedenfalls angekündigt, ihren Personalstand von derzeit deutlich über 40.000 bis
2010 auf 35.000 zu reduzieren. Und die Post unterhält ein "Job Center", in dem
unkündbare Mitarbeiter ohne konkrete Aufgabe geparkt werden. Laut Homola werden
diese Beamten dann umgeschult oder bei temporärem Personalmangel in anderen
Bereichen eingesetzt (z.B. zu Weihnachten im Logistikzentrum).
Nach wie vor zurückhaltend zeigte man sich im Justizministerium und verwies auf
die noch ausstehenden Detailverhandlungen. Zu erfahren war am Mittwoch
lediglich, dass allfällig wechselwillige ÖBB-Mitarbeiter keinesfalls im direkten
Kontakt mit Häftlingen eingesetzt würden, sondern für Verwaltungstätigkeiten.
Damit könne man ausgebildete Justizwachebeamte für die Arbeit mit den Häftlingen
Freispielen. Außerdem ist offenbar daran gedacht, die zusätzlichen Mitarbeiter
auch in anderen Bereichen der Justizverwaltung einzusetzen und nicht nur bei der
Justizwache in den Gefängnissen.
(Schluss) has/ws
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