! ! ! Aufruf ! ! !
Offener Brief an alle ÖBB Bediensteten!
Dieser richtet sich an alle KollegInnen der ÖBB Holding AG.
In wenigen Wochen werden die ersten Betriebsratswahlen stattfinden. In wenigen Wochen wirst DU darüber entscheiden, wie es auf der Betriebsratsebene weitergeht. In wenigen Wochen wirst Du mit Deiner Stimme den Wahltag zum Zahltag machen können. In wenigen Wochen wirst Du darüber mitentscheiden, ob Du weiterhin als Sündenbock der Nation herhalten willst.
Wir haben mit vielen Kolleginnen und Kollegen in den vergangenen Monaten Gespräche geführt. Wir haben sie beraten und versucht ihnen zu helfen, wenn sie Probleme hatten. Wir haben auch versucht, denn einen oder der anderen Mut zu zusprechen, wenn sie keine Zukunft mehr in diesem Unternehmen sahen.
DU wirst mitentscheiden, ob wir alle in diesem Unternehmen eine Zukunft haben werden!
Uns ist vollkommen klar, dass nach jahrzehnten, in denen wir uns mehr oder weniger entmündigen lassen haben, es nicht leicht ist, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Aber wie bei so vielem im Leben, kommt es nur auf den ersten Schritt an. Diesen zu setzen, ist die Devise für heute.
Niemand von uns ist als Personalvertreter oder wie es in Zukunft heißen wird, Betriebsrat/Rätin geboren worden. Wir alle haben eine Lebensgeschichte, haben Erfahrungen gemacht, die uns letztendlich an diese Stelle gebracht hat, wo wir heute stehen. Für uns alle war dieser Schritt nicht leicht. Aber einfach nur „herumjammern“ war und ist uns zuwenig. Wir wollen verändern, wollen mitgestalten und wo notwendig versuchen die Richtung zu unseren Gunsten zu ändern.
Je mehr an sich an dieser Aufgabe beteiligen, umso mehr können wir erreichen. In einer demokratischen Gesellschaft, ist ein Korrektiv unerlässlich! Wir wollen dieses Korrektiv sein. Wir wissen, dass uns insgeheim viele KollegInnen Recht geben, uns auch „inoffiziell“ unterstützen. Aber erstens reicht das nicht und zweitens ist es nicht besonders fair. Unfair es dem Grund, da sich diese KollegInnen– wiedereinmal – darauf verlassen, dass es schon jemanden geben wird, der die Kastanien für sie aus dem Feuer holt. Sicher ist es bequemer aus sicherer Entfernung zu beobachten, wie andere sich bemühen. Sicher ist es auch „ungefährlicher“ sich nicht deklarieren zu müssen. Fair ist ein solches Verhalten mit Sicherheit nicht!
Sicher, es ist mühsam, andere davon zu überzeugen, selbst ins Geschehen einzugreifen. Es verlangt auch nach hohem Verantwortungsbewusstsein mit einer solchen Funktion umzugehen. Aber ist es nicht besser, wenn Du das übernimmst und nicht andere für dich deine Entscheidungen treffen?
Wir kennen schon so ziemlich alle „Argumente“ die angeführt werden, um ja nicht bei den Betriebsratswahlen anzutreten. Sehr überzeugend waren sie alle nicht!