Grüne werfen Gorbach erneut Postenschacher vor

 

APA0315 5 WI 0229 II 17.Mär 05

Verkehr/Bahn/ÖBB/Personalia/Gorbach/Grüne

Grüne werfen Gorbach erneut Postenschacher vor
Utl.: Moser: "Dass in der Schig ein ÖVP-naher Chef nicht genug ist, kann nur mit Selbsterkenntnis der FPÖ erklärt werden, dass sie bald von der politischen Landkarte verschwinden wird"

Wien (APA) - Die Grünen werfen Vizekanzler Verkehrsminister Hubert Gorbach (F) einmal mehr Postenschacher vor. Diesmal geht es um die Bestellung des bisherigen Referenten im Kabinett Gorbach, Martin Santer, zum zweiten Geschäftsführer der neuen
Schieneninfrastrukturdienstleistungs GmbH (Schig). "Das ist ein weiterer Tiefpunkt im skandalösen Postenschacher rund um Vizekanzler Gorbach", kritisierte die Grüne Verkehrssprecherin Gabriela Moser am Donnerstag in einer Pressemitteilung.

Sie sprach von einem "äußerst merkwürdig verlaufene Auswahlverfahren" und kritisierte, dass die Bestellung öffentlich verkündet worden sei, bevor der Aufsichtsrat darüber entschieden habe. "Dass in der Schig ein ÖVP-naher Geschäftsführer nicht genug
ist, kann nur mit der Selbsterkenntnis der FPÖ erklärt werden, dass sie bald von der politischen Landkarte verschwinden wird. Während Vizekanzler Gorbach in der Weltgeschichte umherreist und bei völlig überflüssigen Besichtigungsterminen rund um die Welt Steuergelder und Spesen verprasst, werden in Wien in seinem Verantwortungsbereich die Apparate aufgebläht", ätzte Moser.

Wesentliche Aufgabe der Schig Neu, Nachfolgegesellschaft der früheren Schieneninfrastrukturfinanzierungsgesellschaft, werden die Schienentrassenvergabe für Privatbahnen, die Ausgabenkontrolle für die ÖBB Infrastruktur Betriebs AG und die ÖBB Infrastruktur Bau AG und die Organisation von Public Private Partnership-Modellen (PPP) sein.

Zuletzt hatte sich Gorbach den Unmut der SPÖ zugezogen, weil er sich weigerte, Auskunft über die Gehälter von Spitzenmanagern von staatsnahen Unternehmen im Infrastrukturbereich zu geben. Auch die Kosten für die Büros der Manager, ihre Reisen und ihre Dienstautos wollte der Vizekanzler nicht preisgeben.
 

(Schluss) stf/wym
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