LH-Konferenz - VCÖ begrüßt Zurückhaltung bei Nahverkehrsreform
 

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LH-Konferenz - VCÖ begrüßt Zurückhaltung bei Nahverkehrsreform
Utl.: Global 2000: Allein in Niederösterreich wurden in den vergangenen 25 Jahren 600 Kilometer Regionalbahn eingestellt

Wien (APA) - Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) kritisiert, dass es in Österreich kein bundesweites Gesamtkonzept für den Öffentlichen Verkehr gibt. Es sei daher begrüßenswert, dass die Landeshauptleute heute, Mittwoch, den vorgelegten Reformpläne der Regierung nicht voreilig zugestimmt hätten, so der VCÖ in einer Aussendung. Und er fordert "Schweizer Qualität für die Fahrgäste in Österreich" sowie genaue Zahlen zu den Regionalbahnen.

"Nicht nur die Verkehrsunternehmen, auch die Politik kann sich an der Schweiz ein Vorbild nehmen. In der Schweiz sucht die Politik Lösungen für die Frage, wie mehr Fahrgäste für Bus und Bahn gewonnen werden können. In Österreich steht die Frage im Mittelpunkt, wie möglichst viel beim Öffentlichen Verkehr eingespart werden kann. Zum Leidwesen der Fahrgäste", kritisierte VCÖ-Experte Martin Blum. Abhilfe würde etwa ein bundesweiter Taktfahrplan sowie Fahrtzeiten von mindestens von 5 bis 23 Uhr. "Ein Fleckerlteppich von 9 verschiedenen Plänen und Tarifen schreckt ab", so Blum.

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 warnte heute bereits zu Beginn des Landeshauptleute-Treffens vor einer Verländerung der Regionalbahnen. Dies würde zur Stillegung zahlreicher Regionallinien führen. "Statt die Regionalbahnen unter dem Vorwand der Bürgernähe zu zerstückeln, müssen diese saniert werden. Dabei darf sich der Bund nicht aus seiner Verantwortung stehlen", forderte Heinz Högelsberger, Verkehrsreferent von GLOBAL 2000.

Demnach wurden allein in Niederösterreich in den vergangenen 25 Jahren 600 Kilometer Regionalbahn eingestellt. "Diese dramatische Ausdünnung der öffentlichen Verkehrsmittel würde sich fortsetzen, falls tatsächlich weitere 500 Kilometer in Landesverwaltung übergehen", prognostiziert Högelsberger. In Kärnten seien mehr als 200 Kilometer Regionalbahnen von der geplanten Verländerung betroffen. Auf über der Hälfte der Streckenkilometer sei der Personenverkehr bereits jetzt schon eingestellt. "Die Situation der öffentlichen Verkehrsmittel in Kärnten ist mehr als trist und droht sich zu verschlimmern", konstatiert Högelsberger.
(Forts. mögl.) stf/klm