Was stimmt jetzt? Wer spricht die Wahrheit? Haberzettl oder Huber?
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Haberzettl:
APA0292 5 WI 0450 II 18.Mai 05
Soziales/Arbeit/ÖBB/GdE/Regierung/Lehrlinge/Ausbildung
ÖBB-Gewerkschafts-Chef Haberzettl: "Regierung killt 300 Lehrplätze"
Utl.: ÖBB-Boss Huber: "Reine Oppositionspolitik vor Betriebsratswahlen" -
Gewerkschaft: In naher Zukunft 10 der 12 Lehrwerkstätten der ÖBB von der
Schließung bedroht =
Wien (APA) - "Während das Verkehrsministerium nicht müde wird, sich mit dem
Erhalt der bis jetzt jährlich 358 neuen Lehrplätze bei den ÖBB zu rühmen, hat
die Unternehmensseite bis jetzt nur 54 Lehrlingen einen Ausbildungsplatz
zugesichert", kritisierte am Mittwoch der Chef der Eisenbahnergewerkschaft (GdE),
Wilhelm Haberzettl, in einer Aussendung. Stimmt so nicht, konterte unmittelbar
darauf ÖBB-Vorstandssprecher Martin Huber.
"Wahr ist vielmehr, dass bereits 68 verbindliche Zusagen für Neuaufnahmen
getroffen wurden, die den ÖBB-Eigenbedarf abdecken. Das Management ist darüber
hinaus überzeugt, heuer noch mindestens weitere 258 Ausbildungsplätze
realisieren zu können, wobei derzeit noch die Finanzierung verhandelt wird", so
Huber. Er sprach von
"reiner Oppositionspolitik im Vorfeld der Betriebsratswahlen in drei Wochen".
Die von Huber angekündigten zusätzlichen 258 Plätze für Jugendliche sind laut
Haberzettl allerdings ein "neuer Typ von Lehrling, der keinen Lehrvertrag, keine
Lehrlingsentschädigung und auch keine den echten Lehrlingen zustehenden Rechte
besitze, sondern quasi als 'Auszubildender' nur ein Taschengeld erhält, das
beispielsweise im ersten Lehrjahr nur die Hälfte der bisherigen
Lehrlingsentschädigung beträgt, im zweiten Lehrjahr ein Drittel und im dritten
Lehrjahr gar nur mehr ein Viertel der Lehrlingsentschädigung".
Insgesamt würde damit jeder dieser Auszubildenden bei den ÖBB während seiner
Ausbildungszeit gegenüber der Lehrlingsentschädigung auf rund 70 Prozent
verzichten müssen. Dies führe laut Haberzettl dazu, dass in naher Zukunft 10 der
12 Lehrwerkstätten der ÖBB in ganz Österreich von der Schließung bedroht seien.
Mit rund 1.300 Ausbildungsplätzen sind die ÖBB einer der größten
Lehrstellenanbieter Österreichs, betont das Staatsunternehmen. Der Großteil der
Lehrlinge wurde bisher nicht für den eigenen Bedarf, sondern für die übrige
Wirtschaft ausgebildet. Diesbezüglich würden auch Gespräche mit der
Industriellenvereinigung wegen der Übernahme von Lehrlingen stattfinden, so
Huber.
"Wir sind eine Aktiengesellschaft, die nicht den Auftrag hat, Lehrlinge
auszubilden. Wir können nicht Kosten und Personal reduzieren und gleichzeitig
über den Bedarf ausbilden", hatte ÖBB-Personalchef Franz Nigl Anfang Jänner als
Reaktion auf die Gewerkschafts-Kritik wegen einer möglichen Schließung der
ÖBB-Lehrwerkstätte in St. Pölten erklärt.
Bereits Ende 2004 hatten sich die Gewerkschaft der Eisenbahner und die ÖVP einen
Schlagabtausch um die tatsächliche Zahl der ÖBB-Lehrlinge geliefert. Laut
Verkehrs-Staatssekretär Helmut Kukacka (V) gibt es bei den Bundesbahnen im
Lehrjahr 2004/2005 insgesamt 438 Lehrlinge - um 80 mehr als im
Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Stimmt nicht, sagte die GdE, es sind genauso so viele wie im Vorjahr (358).
Beide haben recht, sagten wiederum die ÖBB. Es gebe derzeit 358 Lehrlinge und 80
sollen dazu kommen. Diese bekämen allerdings keinen Lehr- sondern einen
Ausbildungsplatz. Sprich es gibt keine Übernahmepflicht für das Unternehmen nach
Beendigung der Lehrzeit. Bezahlt werden diese 80 Personen vom AMS. Wann sie mit
der Ausbildung beginnen, steht laut ÖBB noch nicht fest. Insgesamt wären im
Jänner 2005 rund 1.300 Lehrlinge bei den ÖBB beschäftigt gewesen.
Huber:
OTS0130 5 CI 0258 NBB0001 WI 18.Mai 05
Verkehr/Bahn/ÖBB/Lehrlingsausbildung/Gewerkschaft
ÖBB zu Gewerkschaftskritik: Reine Oppositionspolitik vor Betriebsratswahlen
Utl.: Huber: "Politik hat im Unternehmen nichts verloren" =
Wien (OTS) - Als reine Oppositionspolitik im Vorfeld der Betriebsratswahlen in
drei Wochen und "darüber hinaus als völlig unwahr und verantwortungslos" weist
Martin Huber, Vorstandssprecher der ÖBB-Holding AG, die Behauptungen von
GdE-Chef Haberzettl zur Lehrstellenentwicklung im ÖBB-Konzern entschieden
zurück. "Wieder einmal werden hier völlig unrichtige Behauptungen aufgestellt,
die mit der Realität und einer vernünftigen Weiterentwicklung des
Ausbildungsangebotes der ÖBB nichts zu tun haben," so der ÖBB-Chef.****
Wahr ist vielmehr, dass bereits 68 verbindliche Zusagen für Neuaufnahmen
getroffen wurden, die den ÖBB-Eigenbedarf abdecken. "Das Management ist darüber
hinaus überzeugt, heuer noch mindestens weitere 258 Ausbildungsplätze
realisieren zu können, wobei derzeit noch die Finanzierung verhandelt wird," so
Huber weiter.
Der ÖBB-Chef weist in diesem Zusammenhang die Gewerkschaft darauf hin, dass sich
"ein verantwortungsvolles Management zuerst um die Finanzierung kümmert und dann
den Jugendlichen Zusagen macht." Für die ÖBB ist der Bereich der
Lehrlingsausbildung ein wichtiges und sensibles Thema, das man in intensiven
Gesprächen mit AMS, Ländern und Städten intensiv weiter entwickle. "Wir gehen
davon aus, dass wir nach Abschluss der Gespräche alle Plätze besetzen werden
können. Nichts entbindet die ÖBB allerdings von einem kaufmännischen Handeln
auch bei diesem Angebot," so Huber.
Mit rund 1.300 Ausbildungsplätzen sind die ÖBB einer der größten
Lehrstellenanbieter Österreichs. Der Großteil der Lehrlinge wurde bisher nicht
für den eigenen Bedarf, sondern für die übrige Wirtschaft ausgebildet.
Diesbezüglich finden auch Gespräche mit der Industriellenvereinigung wegen der
Übernahme von Lehrlingen statt.