Wie befürchtet, beginnen schon wieder einmal sogenannte Verhandlungen!
Das Unternehmen hat diese Woche dem Vorsitzenden seine Forderungen übergeben. In den nächsten Tagen soll verhandelt werden. Aber, da war doch noch was??? Klar, Willi hat doch versprochen nicht mehr zu verhandeln. Ist er jetzt im liegen umgefallen oder blufft er nur?
APA Meldung
APA0355 5 WI 0308 II 29.Nov 05
Verkehr/Bahn/ÖBB/Reform/Arbeit/Soziales
ÖBB-Dienstrecht - Vorstandsforderungen an Gewerkschaft übergeben
Utl.: Weitere Verhandlungsrunden in den nächsten Wochen vereinbart =
Wien (APA) - Im Streit um ein neues Dienstrecht für die 47.000 Eisenbahner hat
der ÖBB-Vorstand am Montag seine Forderungen an die Gewerkschaft übergeben. Dies
erklärte Konzernsprecher Gary Pippan am Dienstag. Für die nächsten Wochen sind
nun mehrere Verhandlungsrunden zwischen ÖBB-Holding-Chef Martin Huber und dem
Vorsitzenden der Eisenbahnergewerkschaft, Wilhelm Haberzettl, angesetzt worden.
Details über seine Forderungen wollte der Vorstand am Dienstag nicht nennen. Man
habe Stillschweigen vereinbart, betonte Unternehmenssprecher Pippan. Nur so
viel: "Einige Fragen, die in den vergangenen Wochen diskutiert worden sind,
werden in den Verhandlungen sicher zur Sprache kommen."
Zuletzt hatte Huber eine "Erweiterung der Dienstpflicht" der Eisenbahner
gefordert, wenn die Regierung das Sonderrecht der Bahn einschränken sollte,
wonach sie zum Personalabbau pragmatisierte Mitarbeiter frühpensionieren kann.
Der Vorstand will Mitarbeiter künftig flexibler einsetzen können, "bis hin zur
Überlassung an außen
stehende Unternehmen".
Wenn sich ein Mitarbeiter dagegen weigert, soll er künftig gekündigt werden
können, auch wenn er grundsätzlich über einen Kündigungsschutz verfügt.
Hintergrund der Debatte ist, dass die ÖBB laut Huber in sechs bis sieben Jahren
"mit 7.000 bis 10.000 Mitarbeitern weniger bei gleichen Aufgaben gut
funktionieren können". Eine generelle Aufhebung des Kündigungsschutzes steht
laut dem Holding-Chef aber nicht zur Debatte.
Die Gewerkschaft hat Zugeständnisse bei der Verleasung von Mitarbeitern bisher
strikt abgelehnt. Sie sieht im Unternehmen kaum ein Personaleinsparungspotenzial
und verweist darauf, dass sie im Kollektivvertrag 2004 bereits weitgehende
Zugeständnisse in Hinblick auf den flexiblen Personaleinsatz gemacht habe.
Die Regierung hat für den Fall, dass Vorstand und Gewerkschaft auf betrieblicher
Ebene keine gemeinsame Lösung finden, bereits einen Gesetzeseingriff
angekündigt, will die Verhandlungen aber nun erst einmal abwarten. Die
Gewerkschaft droht gegen einen Gesetzeseingriff wiederum mit Streik. Schon 2003
hatte ein Bahnstreik die ÖBB wegen der selben Frage für drei Tage lahm gelegt.
(Forts. mögl.) klm/cs