Umstrittene Betriebsratswahl bei KiK!

Heute und morgen wird beim Textildiskonter KiK ein Betriebsrat gewählt. Die Umstände lassen die Gewerkschaft von einer "Farce" sprechen, nur der Assistent des Chefs ist wählbar. KiK weist alle Vorwürfe zurück.

Alle rechtlichen Mittel sollen ausgeschöpft werden. Gewerkschaft will Wahl anfechten. Als "Farce" bezeichnete der Chef der Gewerkschaft Privatangestellter (GPA), Wolfgang Katzian, die Wahl. Die Vorgehensweise sei schwer undemokratisch. Er kündigte "weitere Maßnahmen" in Abstimmung mit der deutschen Gewerkschaft ver.di an. Zudem werde man alle rechtlichen Mittel ausschöpfen und die Betriebsratswahl anfechten, so Katzian.

Nur eine Liste zugelassen

Der vom Unternehmen dominierte Wahlvorstand hat endgültig nur den Assistenten der Geschäftsführung zugelassen. Die alternative Liste des Filialleiters Andreas Fillei wurde wegen Formfehlern ausgeschlossen. Fillei scheiterte beim Arbeitsgericht mit einer einstweiligen Verfügung gegen die Ablehnung. Laut Gewerkschaft ist Fillei aber nur deswegen vor Gericht gescheitert, weil dieses eine Einzelentscheidung des Wahlvorstands nicht aufheben könne. Fillei selbst kritisierte zusätzlich, dass es in ganz Österreich nur fünf Wahllokale für die rund 1.200 Beschäftigten gebe. Viele Mitarbeiter hätten Schwierigkeiten, ihr Wahlrecht überhaupt auszuüben.

Nur 15 von 18 notwendigen Unterschriften. KiK weist Vorwürfe zurück Das Unternehmen mit Sitz in Deutschland weist die Vorwürfe zurück. Die Wahlen würden "ordnungsgemäß stattfinden". Die Liste Fillei habe von 18 notwendigen Unterstützungserklärungen nur 15 vorgelegt. Der Betriebsrat sagt hingegen,  keine 18 seien es nur deshalb, weil der Wahlvorstand Unterschriften als nicht lesbar abgelehnt habe.

Filialleiter, der alternative Liste anführen wollte, wurde fristlos entlassen und mit Hausverbot belegt. Gerangel um Betriebsratswahl Laut Gewerkschaft hat  sich der Textildiskonter monatelang gegen Betriebsratswahlen gewehrt. Der Konflikt spitzte sich nach der Entlassung Filleis im Februar zu. Vor vier Wochen  demonstrierten Hunderte Mitarbeiter vor der Zentrale in Wien.

Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen vor, Abschlussarbeiten von mindestens einer Stunde am Tag trotz Niedrigstgehältern nicht auszuzahlen und  Arbeitszeiten extrem kurzfristig zu verschieben. Kandidatur als Spitzenkandidat nicht bereut. Fillei in Bundesländer unterwegs Unterdessen kündigte der  ehemalige KiK-Filialleiter Andreas Fillei trotz fristloser Entlassung ohne Angabe von Gründen und Streichung von der Wahlliste an, weiterhin beim Textildiskonter tätig sein zu wollen. Am 29. März wird seine  Beschwerde gegen die Entlassung beim Arbeitsgericht behandelt und Fillei ist optimistisch, dass ihm Recht gegeben wird, sagte er.

Fillei spult gerade eine Bundesländer-Tour durch die KiK-Filialen ab. Der deutsche Textildiscounter hatte versucht, auch das zu verhindern und ein Hausverbot erlassen, das aber gerichtlich wieder aufgehoben wurde.

Bereut hat er seine Kandidatur als Spitzenkandidat von "Wir sind KiK" jedenfalls nicht. Er zeigt sich überzeugt, dass man die Wahl eines unabhängigen Betriebsrates zwar verzögern, aber nicht aufhalten könne.